HSG1: HSG trotzt Favorit Erbach – doch späte Siebenmeter-Entscheidung verhindert Sieg
Die HSG Rü/Bau/Kö hat im Abstiegskampf der Bezirksoberliga ein starkes Lebenszeichen gesendet. Gegen den favorisierten SV Erbach erkämpfte sich das Team ein hart umkämpftes 36:36 (18:18), musste den möglichen Sieg jedoch durch einen verwandelten Siebenmeter nach der Schlusssirene noch aus der Hand geben.
Der Druck vor dem Spiel war groß
Die Ausgangslage war für die HSG klar: Durch zwei Heppenheimer Siege unter der Woche war man auf den letzten Tabellenplatz gerutscht – auch wegen der zwei Punkte Abzug aufgrund des nicht erfüllten Schiedsrichtersolls.
Gegner Erbach hingegen reiste als Tabellen-Sechster mit einer komfortablen Situation an und hat weder mit dem Aufstieg noch mit dem Abstieg etwas zu tun.
Bei all der Spannung durfte aber natürlich die weibliche E-Jugend vor dem Spiel nicht vergessen werden, die sich ungeschlagen zum Meister gekrönt hatte. Nachdem die Spielerinnen bereits am Vortag mit den 2.-Ligahandballerinnen der Meenzer Dynamites aufgelaufen sind, durften auch die Herren der HSG mit dem meisterlichen Nachwuchs einlaufen. Ein toller Auftakt für ein spannendes Spiel. Auch an dieser Stelle nochmals Glückwunsch – die HSG-Familie ist stolz auf euch und eure Leistung!
Erste Halbzeit: HSG bleibt dran
Die Partie begann ausgeglichen, beide Mannschaften nutzten ihre Chancen effizient. Mitte der ersten Halbzeit schien sich Erbach dann abzusetzen, als die Gäste beim Stand von 7:11 erstmals eine Vier-Tore-Führung herausspielten. Doch die HSG kämpfte sich mit leidenschaftlichem Einsatz zurück. Ein direkt verwandelter Freiwurf mit der Pausensirene sorgte für den 18:18-Halbzeitstand.
Trainer Tim Fähnrich lobte den Kampfgeist seines Teams:
„Nachdem die anderen Mannschaften im Tabellenkeller gewonnen hatten, musste ein Ruck durch die Mannschaft gehen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Wir wussten, dass Erbach zuletzt zwei Spiele mit je 20 Toren Unterschied gewonnen hatte, aber wir wollten mit maximalem Einsatz dagegenhalten. Nach einer Anpassung unserer Gegenstoßabwehr konnten wir den Druck der Gäste reduzieren und den Rückstand aufholen.“
Zweite Halbzeit: HSG dreht Rückstand – doch der letzte Wurf entscheidet
Nach der Pause begann Erbach wieder druckvoll und konnte sich bis zur 40. Minute auf 23:29 absetzen. Doch die HSG zeigte eine beeindruckende Moral. Trotz einer Unterzahl gelangen drei Tore in Serie, und in der 50. Minute war der Ausgleich (30:30) geschafft.
Von da an übernahm die HSG die Führung und ging in der 52. Minute mit 31:30 in Front. Doch anstatt sich entscheidend abzusetzen, blieb Erbach dran. Die HSG hatte kurz vor Schluss die 36:35-Führung, doch in den letzten Sekunden zogen die Gäste noch einen Siebenmeter, der nach dem Schlusspfiff verwandelt wurde – das 36:36-Endergebnis war besiegelt.
Trotz der Enttäuschung über den späten Punktverlust zeigte sich Fähnrich zufrieden:
„Mit dieser Leistung sind wir als Trainerteam zu 100 % zufrieden. Damit können wir beruhigt in die letzte Phase der Saison gehen und brauchen uns vor keinem Gegner zu verstecken.“
Maurice Pauly: „Hat mega Spaß gemacht“
Bemerkenswert war das Comeback von Torwart Maurice Pauly, der einspringen musste, da Stammtorhüter Marco Horn mit einem Muskelfaserriss ausfällt und mit Dominik Gommans so nur ein etatmäßiger Torhüter zur Verfügung gestanden hätte. Pauly, gleichzeitig Trainer der zweiten Mannschaft, zeigte sich nach dem Spiel zufrieden:
„Das war eine super Mannschaftsleistung, es hat mega Spaß gemacht. Ein tolles Team auf und neben dem Platz – wir haben uns alle gegenseitig gepusht. Klar, am Ende ist es ärgerlich, aber vor dem Spiel hätten wir den Punkt wahrscheinlich genommen. Jetzt geht es nach Büttelborn, und ich bin mir absolut sicher, dass wir dort zwei Punkte holen werden.“
Kampf um den Klassenerhalt spitzt sich zu
Am kommenden Samstag steht ein weiteres Vier-Punkte-Spiel an. Die HSG trifft auf die Reserve des Oberligisten Büttelborn, die nach Abzügen punktgleich mit der HSG und Heppenheim ist. Das Hinspiel endete damals mit einem ärgerlichen Unentschieden. Diesmal will die HSG den Sieg.
Anwurf ist um 17:30 Uhr in Büttelborn – danach geht es für die Mannschaft und die Fans zur 100-Jahre-Handball-Feier der TuS Rüsselsheim um 21 Uhr in den Festungskeller.
Spielfilm: 4:6, 7:11, 10:13, 14:16, 18:18 – 20:25, 23:29, 30:30, 35:33, 36:36
HSG: Dominik Gommans, Maurice Pauly; Mirco Reinheimer (12/5), Robin Gross, Torben Fähnrich, Steffen Weyrich (je 4), Matthias Hirsch, Florian Hock, Florian Römer (je 3), Jan-Philippe Hacker (2), Jens Hartmann (1), Mats Vogt, Jonas Schmeiss, Joel Beer