HSG1: HSG kämpft, verliert aber gegen Trebur – Abschied für Weyrich im Mittelpunkt
Von Dominik Gommans
In einem intensiven Derby musste sich die HSG Rü/Bau/Kö dem favorisierten TV Trebur mit 29:34 geschlagen geben. Trotz einer kämpferischen Leistung reichte es am Ende nicht für eine Überraschung. Doch im Mittelpunkt stand an diesem Abend nicht nur das Spiel – es war der letzte Heimauftritt von HSG-Urgestein Steffen „Willy“ Weyrich, der die HSG nach der Saison verlässt. Vor und nach dem Spiel wurde er von seinen Mitspielern und den Fans gebührend gefeiert.
Engagierter Auftritt gegen den Favoriten
Die Vorzeichen waren klar: Trebur, als Tabellendritter angereist, war der Favorit, während die HSG mitten im Abstiegskampf steckt. Doch die Gastgeber lieferten dem Favoriten über weite Strecken einen harten Kampf.
Nach einem ausgeglichenen Start setzte sich Trebur Mitte der ersten Halbzeit leicht ab, doch die HSG kämpfte sich zurück. Dank geduldiger Angriffe und einer konzentrierten Defensivleistung ging es mit einem knappen 14:15-Rückstand in die Pause.
Trainer Tim Fähnrich war mit der Umsetzung des Matchplans zunächst zufrieden: „Wir wussten, dass Trebur ihre Stärken im schnellen Gegenstoßspiel hat. Deshalb wollten wir mit langen Angriffen und wenigen technischen Fehlern ihr Tempo aus dem Spiel nehmen. Das hat über weite Strecken gut funktioniert. In der Abwehr hatten wir oft einen guten Zugriff und konnten sie mit unserer offenen Deckung unter Druck setzen.“
Knapper Spielverlauf, aber Trebur setzt sich durch
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst offen. Beim 15:15 gelang der HSG der verdiente Ausgleich. Doch zwei verletzungsbedingte Ausfälle zwangen das Team zu taktischen Umstellungen, wodurch Trebur sich erneut absetzen konnte. Trotz großem Einsatz kämpfte sich die HSG immer wieder heran, doch in den entscheidenden Momenten war der Gegner kaltschnäuziger.
Fähnrich betonte: „Wir mussten unseren Matchplan durch die Verletzungen erneut anpassen. Trotzdem haben wir bis zum Schluss Charakter gezeigt und nochmal alles reingeworfen. Am Ende fehlte uns das nötige Glück im Abschluss, während Trebur ihre Chancen konsequent genutzt hat.“
So endete das Derby mit einer 29:34-Niederlage – ein Ergebnis, das laut Fähnrich etwas zu hoch ausfiel: „Wir haben lange mitgehalten, das Ergebnis spiegelt nicht ganz die enge Partie wider. Die Mannschaft entwickelt sich aber kontinuierlich weiter und ist gut gewappnet für den Endspurt der Saison.“
Ein Abschied mit Gänsehaut-Momenten
Trotz der Niederlage war es ein emotionaler Abend, vor allem für Steffen Weyrich. Der langjährige HSG-Spieler bestritt sein letztes Heimspiel, da er nach der Saison aus privaten Gründen den Verein verlassen wird. Bereits vor dem Spiel wurde er geehrt, nach Abpfiff verabschiedeten ihn seine Mitspieler und die Fans mit großem Applaus.
Sichtlich bewegt sagte Weyrich nach dem Spiel:
„Abgesehen vom Spielergebnis hätte ich mir meinen Abschied kaum schöner vorstellen können. Eine volle Halle, ein Derby an einem Samstagabend – das war schon etwas Besonderes. Ich hatte schon beim Aufwärmen feuchte Augen, genau wie bei Rainers und Felix’ Rede.“
Als das Spiel vorbei war und er vor der Tribüne stand, wurde ihm endgültig bewusst, dass es sein letzter Heimauftritt für die HSG war:
„Ich konnte es kaum glauben, dass das jetzt das Ende ist. Die HSG hat mir so viel gegeben. Ich durfte hier so viele tolle Menschen kennenlernen und wurde durch den Handball auch zu dem Menschen, der ich heute bin. Ich kann nur Danke sagen – an alle Trainer, Mitspieler, Fans und besonders meine Familie, die mich in diesen 29 Jahren begleitet haben. Die HSG ist und bleibt für immer ein Teil von mir. Blau und Rot – ein Leben lang!“
Blick auf das nächste Spiel – Schlüsselduell in Lorsch
Nach diesem emotionalen Abend richtet sich der Blick nun auf das nächste Spiel. Am kommenden Sonntag geht es auswärts gegen die MSG Lorsch/Einhausen – ein echtes Duell um den Klassenerhalt. Die Gastgeber haben nur einen Punkt mehr als die HSG, ein Sieg wäre ein riesiger Schritt in Richtung Ligaverbleib. Anpfiff ist um 18 Uhr in der Sporthalle Ehlried in Lorsch.
Spielfilm: 3:6, 5:9, 8:12, 12:14, 14:15 – 16:18, 19:22, 21:27, 27:30, 29:34
HSG: Marco Horn, Dominik Gommans; Florian Hock (6), Jens Hartmann, Jan-Philippe Hacker, Torben Fähnrich, Matthias Hirsch (je 4), Mirco Reinheimer (2/1), Robin Gross, Max Kaczmarek (je 2), Florian Römer, Joel Neubauer, Steffen Weyrich